Tuesday, October 13, 2009

Friedolin II

Seit ein paar Tagen wohnt Friedolin II bei uns, und dieses Schlaraffenland für Mäuse darf er nur deshalb so lange genießen, weil wir zu busy bzw. mit Grippeviren beschäftigt waren, um eine Falle zu organisieren. Anders als sein Vorgänger soll er auch nicht mit Genickbruch im Mülleimer landen, sondern am besten bei lebendigem Leibe ins Grüne gesetzt werden. Wobei man bei Mäusen ja vorsichtig sein muß -- die rennen gut und gerne so 8-10 Kilometer am Tag, ihn in den Vorgarten zu setzen, wäre wohl keine so gute Idee.

Eine Lebendfalle muß also her, und zwar bald. Es kann nämlich nicht angehen, daß ich, wie heute Abend geschehen, zuhause (wegen Grippe, s.o.) am Schreibtisch sitze und jemand mir genüßlich etwas vorschmatzt, während ich an meinem Manuskript arbeite. Ehrlich wahr. Da kamen so Geräusche aus der Küche, die ich zuerst für das Rascheln von Altpapier im Wind hielt, bis mir klar wurde, daß das Fenster ja gar nicht offen ist und ergo auch kein Wind durch die Küche wehen kann.

Mit Fahrradlampe und Fotoapparat bewaffnet habe ich mich dann auf die Suche gemacht und konnte ihn erst eine ganze Weile nicht finden, obwohl er genüßlich weiterknabberte. Dann kam ich endlich darauf, einmal in den Heizkörper zu schauen, also zwischen die Röhren, da wo der ganze Staub sich verfängt. Und da hockte er dann auch, Friedolin II, Ohren angespitzt, Brotkruste zwischen den Pfoten, guckte, fand mich ungefährlich, und mümmelte weiter.

Aber nicht mehr lange...

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