Am Morgen nach Der Wahl war es erstmal ganz still. Alle kamen zu spät zur Arbeit. Später am Vormittag dann gibt es eigentlich nur ein Thema: Obama. Ich gehe raus, um mir einen Kaffee und eine New York Times zu holen. Auf der Internet-Homepage steht in dicken fetten Buchstaben nur "OBAMA". Das hätte ich doch auch gerne für die Vitrine zu Hause. Doch beim Starbucks haben sie zwar Kaffee, aber keine einzige Zeitung mehr. Ein paar Meter weiter im Harvard-Laden finde ich noch ein Exemplar des Wall Street Journal, das ich zwar sonst nicht lese, aber heute ist ja schließlich ein historischer Tag. Die Dame an der Kasse vertüdelt sich total mit dem Wechselgeld, sagt: „Oh sorry, I did not sleep last night“, wer kann es ihr verdenken.
Es ist, als ob die Amerikaner aus einem Albtraum aufgewacht sind. Sieben Jahre lang hat George W. Bush mit Angst regiert, die Nation ist ihm gefolgt, weil er Furcht beschworen hat. Das ist der Grund, warum Barack Obama mit seiner Rede von Hoffnung, Chance und „Yes we can“ die Menschen begeistert. Wenn Bush sagt, unsere Wirtschaft ist am Boden, das Land steht am Abgrund, und jetzt gebt mir die Macht, am Parlament vorbei zu regieren, dann hört sich das bei Obama so an: Paßt auf, Leute, es wird eine ziemlich rauhe See geben, wir werden uns verändern müssen, aber wir packen das schon: Yes, we can!
Genau so hätte ich mir den Ruck vorgestellt, den Roman Herzog sich wünschte.

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